Für Mitglieder

 

Bad Buchau, den 8. März 2018

Liebe Mitglieder ,

jedes Frühjahr hat die Vorstandschaft Rechenschaft über das vergangene Geschäftsjahr vor der Mitgliederversammlung abzulegen.

Darüber hinaus will der Vorstand Ihnen auch die Vorhaben der nächsten Zeit vortragen und um Zustimmung bitten.  Alles, auch weniger Erfreuliches, wird der Vorstand Ihnen berichten.

Einladung

zur Mitgliederversammlung

am Donnerstag, 12. April 2018 19.30 Uhr  Haus der Musik, Karlstraße

Tagesordnung:

  1. Entgegennahme und Genehmigung des Jahresberichtes, des Kassenberichtes und des Berichtes des Kassenprüfers.
  2. Entlastung der übrigen Vereinsorgane.
  3. Beratung und Entscheidung sonstiger Anträge einzelner Mitglieder.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

14.8.2017

 

Die Folgen der Großen Landesausstellung bedrohen den Bestand des Federseemuseums.

Der desaströse Verlauf der Großen Landesausstellung (GLA) „4000 Jahre Pfahlbauten“ hat für das Federseemuseum gravierende Folgen. Die anteiligen Einnahmen unseres Vereins beliefen sich auf ca. 65000€. Erwartet wurden aber 200 000€. Die Personalkosten liefen im gesamten Jahr 2016 und bis heute weiter auf, obwohl kein eigener Museumsbetrieb möglich war und bis heute nur sehr eingeschränkt möglich ist.

Das Archäologische Landesmuseum (ALM) hat unsere Vorschläge für eine neue Dauerausstellung befürwortet. Der Kostenrahmen war für das ALM jedoch nicht zu stemmen.  Da beim Landkreis beantragte Mittel  nicht zu bekommen waren, hat das ALM bei der Neuaufstellung  der Ausstellung das alleinige Sagen, da die gesamte Finanzierung durch das ALM sichergestellt wird.

Das ALM beauftragte ein Karlsruher Architekturbüro, das sehr großzügig mit der doch knappen Zeit umging. Deshalb ist die Ausstellungseröffnung nicht zu terminieren. Die ganze Situation ähnelt dem Bau des Berliner Flughafens.

Anfang April berichtete Frau Grüninger in der „Schwäbischen Zeitung“ Ausgabe Riedlingen über meine harsche Kritik im Gemeinderat an der Kreisverwaltung. Dazu stellte sie eine Stellungnahme von B. Schwarzendorfer vom Landratsamt. Dessen Berechnungen, was die Unterstützung des Federseemuseums durch den Landkreis angeht, sind unzutreffend. Sie zeigen eine Schieflage der Kreisverwaltung in Richtung kreisgetragener Kulturvermittler (Kürnbach u.a.), die uns, die wir seit langem UNESCO – Welterbe aus dem Kreis Biberach vermitteln, keine Chance lässt.

Der Zuschuss des Kreises zur Landesausstellung wird uns 1 zu1 aufgerechnet. Die Federseemuseumsleitung hätte zugestimmt, die damit finanzierten Einrichtungsgegenstände nach der GLA nach Buchau zu übernehmen. Die waren aber für die GLA optimiert und sind deshalb für eine andere Dauerausstellung nur nach aufwendiger Umarbeitung zu gebrauchen. Hätte unser Museumsleiter diese Maßgabe ablehnen können? Sein Einfluss bei der Planung der GLA war nicht vorhanden. Die 30 000€ für den Shuttleverkehr dem Federseemuseum zuzurechnen ist zynisch.

Die Begründung unseres Antrags auf Förderung durch den Landkreis war durch die zögerliche Bearbeitung durch die Verwaltung überholt. Der Vorstand des AV hat den Antrag zurückgezogen, um ihn zu gegebenem  Zeitpunkt neu stellen zu können.

Wenn der Gesamtschaden, den unser Verein durch die GLA erleiden muss, ermittelt ist, werden wir den Ausgleich einfordern. Das kann erst nach Eröffnung der neuen Dauerausstellung sein.

6.3.2018

Neue Entwicklungen am Federseemuseum

Nach dem Zurückziehen des Antrags an den Landkreis auf Empfehlung der Stadtverwaltung wird die Stadt das Defizit ausgleichen, das als Schaden durch die verzögerte Eröffnung der neuen Dauerausstellung entstanden ist. Mit der Stadtverwaltung ist vereinbart, daß sie den Antrag an den Kreis stellt, da die Stadt auch die Leidtragende ist.

Allerdings ist dies bis heute nicht geschehen.

Vielmehr hat die Stadt einen Vertragsentwurf über die Verwaltung des Federseemuseums vorgelegt, der den alten Vertrag von 2000 ablösen soll. Begründet wird dasVorgehen damit, dass die Rechtsaufsicht durch den Kreis den Vertrag als „schwebend unwirksam“ bezeichnet. Darüber liegt nichts Schriftliches vor. Die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) hat jahrzehntelang nichts auszusetzen gehabt.

Dieser Vertragsentwurf muss in den zuständigen Gremien des Vereins diskutiert werden. So werde ich ihn nicht unterschreiben.

Nach der Ausschusssitzung vom 14.2. 2018

Noch fehlt ein Vertrag zwischen Landesdenkmalamt und Stadt/Verein über die Tätigkeit von Dr. Baumeister für das UNESCO- Welterbe in Oberschwaben. Auch ist die Verwendung der damit verbundenen Aufwandsentschädigung zwischen Stadt und Altertumsverein (AV) strittig. Die Stadt möchte die Aufwandsentschädigung in ihren Haushalt einstellen. Dr. Baumeister hat aber einen Arbeitsvertrag mit dem AV.

§2.8 des Vertragsentwurfs schließt eine Mitteleinwerbung durch den AV bei Kreis, Land und Bund aus. Sie ist allein dem Bürgermeister vorbehalten. Eine Begründung für diese Regelung wird nicht geliefert.  Sie zeigt das Misstrauen, das die Stadtverwaltung der Vorstandschaft des AV entgegenbringt.

Die Gedanken des AV zur Ablehnung des Vertragsentwurfs:

Eine Satzungsänderung ist nicht erforderlich (§2, Ziff.5 der Vereinssatzung)

Der neue Verwaltervertrag muss jedoch in einer Mitgliederversammlung (§6, Ziff.1, Buchst. D der Vereinssatzung) beschlossen werden. Er entmachtet die satzungsmäßigen Vereinsorgane im selbstverantwortlichen Verwaltungshandeln des Museums, in dem ein außerhalb der Vereinsgremien angesiedelter Betriebsausschuss das Heft in die Hand nimmt. Dieser Betriebsausschuss übernimmt  bezüglich des Federseemuseums die Haushaltshoheit, Lenkung und Steuerung des Betriebsablaufs, die Personal- und Kostenkontrolle sowie die Planung und Konzeption der Zukunftsausrichtung.

Dadurch wird der Altertumsverein in der Verwaltung des Federseemuseums praktisch “kalt gestellt“. Er wird zum reinen Vollstrecker bzw. Handlanger der Stadt abgestuft. Dies wird mit dem Zusatz: „der Museumshaushalt bedarf zwingend der Zustimmung des Gemeinderats“ sogar noch verstärkt. Der Betriebsausschuss ist also nicht einmal ein Ombudsgremium im Bestreben um einen Interessenausgleich. Wenn z.B. der Betriebsausschuss für den Haushalt in schwierigen Verhandlungen einen tragbaren Kompromiss findet, kann der Gemeinderat diesen dennoch zu Fall bringen. Oder wenn der paritätisch besetzte Betriebsausschuss sich nicht einigen kann, entscheidet der Bürgermeister (Vetorecht).

Die Verwaltung des Federseemuseums wird nicht nur überaus bürokratisch und kompliziert sondern wird letztlich für die Interessenwahrung des Altertumsvereins am Federseemuseum total wertlos.

Da der Betriebsausschuss nicht in das Vereinsgefüge des Altertumsvereins eingepasst ist, muss ernstlich geprüft werden, ob die Übertragung der Verwaltung des Federseemuseum nicht an die Stadt Bad Buchau zurückgegeben werden soll. Hier ist kein Platz mehr für innovativ gestaltetes Verwaltungshandeln sondern es geht nur noch um strikten Weisungsvollzug auch gegen den überzeugten Vereinswillen.

Der Interessenausgleich Altertumsverein/Stadt Bad Buchau wurde im bisherigen Vertrag dadurch gewährleistet, dass der Bürgermeister im Vorstand sowie mit bis zu drei weiteren Vertretern im Ausschuss vollberechtigt städtische Belange und Argumente zur Diskussion und Beschluss vorbringen konnten. Dies führte im Blick auf Zukunftsvisionen für das Museum auch schon zu lebhaften Kontroversen. Will man durch Entmündigung des Altertumsvereins dem sachdienlichen Meinungsaustausch in Zukunft aus dem Weg gehen?

Glaubt die Stadt ernstlich durch einschneidende, einseitige Verwaltungsmaßnahmen das Defizit eines konkurrenzfähigen Museumsbetriebes im Ausmaß des Federseemuseums besser in den Griff zu bekommen? Hier braucht man bisherige Vergleichszahlen mit anderen Museen nicht zu scheuen. In erster Linie sind Visionen gefragt, nur so können Besucher beworben werden. Das kostet Geld und der Erfolg einer ausgeglichen Bilanz ist trotzdem nicht gewährleistet. Aber ohne Vorleistung gibt es keine Chance. Und das Jahr für Jahr. Innerhalb des Jahres ist eine Nachjustierung des Programms und damit aller anderen Komponenten des Betriebes kaum zu bewerkstelligen.

Link zum Vertragsentwurf:

NV1 (002) NV2 (002) NV3 (002) NV4 (002)

24.4. 2018

Der Vorstand des Altertumsvereins wird dem Gemeinderat eine detaillierte Information über seine Arbeit im Museum anbieten. Dazu wird der Vorstand einen eigenen Vertragsentwurf über den Betrieb des Federseemuseums vorlegen. Dadurch soll der AV wieder die Meinungsführerschaft in der Angelegenheit zurückbekommen.