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Für Mitglieder

Reinhold Adler: Beiträge zu einer Geschichte der isrealitischen Gemeinde Buchau

Seit 1700 Jahren gibt es jüdisches Leben in Deutschland. In Buchau ist eine jüdische Gemeinde seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesen. Reinhold Adler hat sich in seiner Zulassungsarbeit von 1973 mit der Geschichte dieser Ge-meinde beschäftigt. Sie ist nach wie vor das am gründlichsten recherchierte und dokumentierte Werk über jüdisches Leben in Oberschwaben. Die Ar-beit lag als schreibmaschinengeschriebenes  Manuskript vor und wurde unzählige Male zitiert. Das Original war nicht zugänglich. Mit der Druck-legung möchte der Verein für Altertumskunde und Heimatpflege Bad Buchau e.V., kurz Altertumsverein, dieses Werk einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen. 1913 zählten viele Buchauer Juden zu seinen eifrigen und zu Recht stolzen Gründungsmitgliedern. Nur 20 Jahre später begann ihre Entrechtung, Vertreibung und Ermordung.

Unser Dank gilt dem Autor, der sich noch einmal mit seinem alten Thema beschäftigt hat. Er hat  Erweiterungen und Verbesserungen hinzugefügt. Charlotte Mayenberger hat das Manuskript in digitale Form gebracht. So ist ein Buch entstanden, das der ein halbes Jahrtausend währenden Geschichte des Zusammenlebens von Christen und Juden in der kleinen Stadt Buchau in hervorragender Weise gerecht wird.

Karl Sandmaier

ISBN 978-3-948502-05-8                   Preis im Buchhandel 35€

Für Mitglieder zum Selbstkostenpreis 20€ beim Vorsitzenden.

Die am 8. April abgesagte Mitgliederversammlung fand am

9. September 2020 18.00Uhr

auf dem Freigelände des Federseemuseums statt.

Tagesordnung:

  1. Entgegennahme und Genehmigung des Jahresberichts, des Kassenberichts und des Berichts des Kassenprüfers
  2. Entlastung der übrigen Vereinsorgane
  3. Wahl der übrigen Vereinsorgane bzw. deren Mitglieder und sonstiger Funktionsträger:

a) Vorstand (1. Vorsitzender, stellv. Vorsitzender, Schriftführer, Kassier, ein Beisitzer

b) Ausschuss mit bis zu 5 Beisitzer

c) Kassenprüfer

Bericht des Vorsitzenden

Die Mitgliederversammlung war auf 8. April angesetzt. BM Diesch musste Versammlungen in gemeindeeigenen Räumen untersagen.

Laut Satzung muss der Vorstand alle 3 Jahre neu gewählt werden. Durch die Verschiebung war der vorstand eigentlich nicht mehr satzungsgemäß. Wir haben einfach weiteramtiert. Auf Dauer ist so ein Vorstand aber nicht handlungsfähig, da die Abstützung durch die Satzung fehlt. Ich hoffe, dass gegen die Beschlüsse der heutigen Versammlung niemand Einspruch erhebt. Ungewöhnliche Umstände erfordern ungewöhnliche Maßnahmen: Die Entlastung betrifft nur das Geschäftsjahr 2019. Über 2020 werde ich auch berichten, es liegen natürlich noch keine endgültigen Zahlen vor. Die Absolution für 2020 ist Aufgabe der nächsten Mitgliederversammlung.

Deshalb heute die Versammlung während der Ferien, im Freien. So kann aber den Regelungen während der Corona Pandemie am besten entsprochen werden.

Allerdings haben wir vielleicht auch deswegen einige Absenzen: Unser Schriftführer Klaus Günther liegt nach einem häuslichen Unfall im Krankenhaus, wurde operiert und kommt demnächst in ReHa. Anträge sind keine eingegangen. Deshalb bitte ich um Bestätigung der Tagesordnung.

Zuerst zum Federeseemuseum:

Nachdem 2019 der Zuschuss des LAD zu den Personalkosten des Museumsleiters, den BM Diesch besorgt hatte, voll in den Haushalt eingestellt werden konnte, hat sich die finanzielle Lage deutlich entspannt. Der sogenannte Betriebsausschuss hat das Geschäftsgebaren überwacht, der Gemeinderat den Haushalt genehmigt. Die Zahlen wir Dietmar Rief vortragen, Nur eine kurze Zusammenfassung der Vorstandsaktivitäten:

Der Dienstvertrag für die Mediale Betreuung wurde zum Jahresende gekündigt, weil eine Mitarbeiterin aus dem Mutterschaftsurlaub zurückgekehrt ist. Sie wurde mit einem neuen Arbeitsvertrag ausgestattet. Die Kosten für diese Stelle sind gleichgeblieben.

Die Bundesrepublik Deutschland hat über die Kulturstiftung des Bundes in Projekte investiert, die dem Verein viel Arbeit, keine Kosten, aber auch einige schön Projekte eingebracht hat. R.B. wird zu diesem Thema nachher etwas zeigen. An dieser Stelle Dank an Alfred Nuber, der diesen Sektor für den Verein abrechnet. Für mich, der ich dafür geradestehen muss, ist beruhigend, wenn diese Aufgabe kompetent und geräuschlos erledigt wird, zumal die Zusammenarbeit mit anderen Museen nicht immer reibungslos verlief.

Im Jubiläumsjahr der Museumseröffnung war der Eintritt für Buchauer Bürger frei. Von diesem Angebot wurde reger Gebrauch gemacht.

Zum 100jährigen Jubiläum haben wir eine Sonderausstellung mit Exponaten aus den Beständen des Altertumsvereins mit größtmöglichster Ähnlichkeit zur Urausstellung von 1919 aufgebaut. Helmut Preuß und unsere Museumsmitarbeiter haben die alten Bestände gesichtet, renoviert und konserviert. Ein großer Erfolg.

Nach Abbau dieser Sonderausstellung etwas ganz Neues:

Die Elser- Krippe aus dem Eigentum des AV wurde im Seminarraum des Federseemuseums von November 19 bis Lichtmeß 20  ausgestellt. Auch hier war Helmut Preuß bei der Renovierung maßgeblich beteiligt. Wieder ein großer Erfolg.

Jetzt ein kurzer Einblick in 2020. Der Vorstand hat Im Februar beschlossen, die Buchhaltung des Altertumsvereins in professionelle Hände zu legen. Sie war mit einem Umsatz von über 300000 € und 1500 Buchungen im Jahr nicht mehr im Ehrenamt zu erledigen. Deshalb allen Kassierern, (unser unvergessenes Ehrenmitglied Werner Welsch, Karlheinz Kleinau und Dietmar Rief) die das bisher durchgestanden haben, ganz großen Dank. Zum Jahreswechsel soll auch die Personalabrechnung von der Stadt zum Steuerberatungsbüro Maier& Hoch wechseln. Auch hier hat Michael Leidig von der Stadtverwaltung Großes geleistet.

Noch vor der Eröffnung der Saison 2020 war sie schon wieder zu Ende. Museum wurde geschlossen. Im April 2020 wurde nicht geöffnet. Ab Pfingstferien wurde in Regelbetrieb übergegangen. Der Verein hat Soforthilfe beantragt und 15000 € erhalten. In kommunaler Trägerschaft wäre dies nicht möglich gewesen. Zur Zeit fehlen die Schulklassen. Dafür haben Besuche von Familien zugenommen. Die Sonderausstellung kam nicht zustande. Der Altertumsverein beantragt einen Zuschuss zu einem Medienguide, der schon seit Jahren von der Kreisverwaltung versprochen wird. Da aus verschiedenen Gründen kein Kurzarbeitergeld beantragt werden konnte, haben unsere Mitarbeiter Einkommensverluste hingenommen. Dafür und für Ihre Arbeit in schwierigen Zeiten gebührt ihnen unser Dank und unsere Anerkennung. Darüber sprechen wir bei der nächsten Mitgliederversammlung.

In der heimatgeschichtlichen Abteilung haben wir die Restaurierungsarbeiten an unserer Krippe und an den übrigen Exponaten aus dem alten Museum im Besitz des Altertumsvereins finanziert. Neue Arbeiten zur Geschichte Buchaus veröffentlichen wir laufend auf unserer Website unter der Rubrik Texte.

Helmut Diesch stellte sich nicht mehr zur Wahl.

Bericht des Kassiers

Überschussrechnung Federseemuseum per 31.12.2019
Berechnung operatives Betriebsergebnis 2019
laufende Einnahmen gesamt: 283 226,08 €

laufende Ausgaben gesamt: 279 387,98 €

Ergebnis          3 838,10 €

./. Verlustausgleich 2018 Stadt Bad Buchau 3.836,82 €
./. Gehaltszuschuss Dr. Baumeister 20.000,00 €
Ergebnis gemäß Buchhaltung -19.998,72 €

Bad Buchau, 06.02.2020

Abschluss Juden in Buchau zum 31.12.2019

Einnahmen                               4.924,40 €
Ausgaben                                      457,52 €
Überschuss:                               4.466,88 €

Übertrag Vorjahr 9.363,47 €

Abschluss Heimatkunde zum 31.12.2019

Einnahmen
1 Mitgliedsbeiträge 2.735,00 €
2 Spenden 500,00 €
3 Zinseinnahmen 0,79 €
4 Durchlauf. Posten – Spenden Pfahlprojekt/Stiftung S-BC 9.550,00 €
5 0,00 €
gesamt: 12.785,79 €
Ausgaben
6 Vereinskosten 3,20 €
7 Mitgliedsbeiträge andere Vereine 113,00 €
8 Durchlauf. Posten – Spenden Pfahlprojekt/Stiftung S-BC 9.550,00 €
9 Sonstige Kosten Verein 1.204,12 €
10 Kosten Sonderausstellg. Buchauer Krippe 6.405,69 €
gesamt: 17.276,01 €
Buchhaltungsüberschuss -4.490,22 €

Die Vorstandschaft wurde einstimmig entlastet.

In geheimer Wahl wurden je einstimmig

Dr. Karl Sandmaier  zum 1 , Dr. Wolfgang Blumenschein zum 2. Vorsitzenden, Kilian Horlacher in offener Abstimmung zum Beisitzer gewählt. Schriftführer, Kassier, Kassenprüfer und die Vertreter des Vereins im Ausschuss wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Nach der Versammlung zeigte Dr. Baumeister den Anwesenden die neuesten Veränderungen im Museum.

 

Dr. Karl  Sandmaier, 1.Vorsitzender

Verein für Altertumskunde und Heimatpflege mit Federseemuseum

Vors.: Dr. Karl Sandmaier, Marktplatz 15, 88422 Bad Buchau – Tel. 07582-9398011

www.Altertumsverein-Bad-Buchau.de

Germana Reich gestorben

Frau Reich war seit 1950 Mitglied und Gönnerin des Altertumsvereins.  Die Hinterbliebenen haben statt Kranzspenden um Spenden für den Altertumsverein gebeten.

Georg Ladenburger gestorben

Ein langes Leben mit und für Altertumsverein und Federseemuseum ist zu Ende gegangen. Georg Ladenburger kam schon als Kind mit Verein und Museum in Berührung. Er hat sich 1928 mit noch ungelenker Handschrift in das Besucherbuch unseres Federseemuseums eingetragen. Er war noch nicht 8 Jahre alt. Direkt über  seinem Eintrag steht in perfekter deutscher Kurrentschrift:  Eugen Bolz, Staatspräsident. Der Altertumsverein verwahrt dieses einzigartige geschichtliche Dokument mit Sorgfalt. Bolz war ein Freund seines Vaters. Die Nationalsozialisten haben ihn hingerichtet, weil er hinter dem Attentat vom 20. Juli 44, also heute vor 74 Jahren stand.

Da Altertumsverein mit seinem Museum in den Jahren der Gewaltherrschaft auf die falschen Leute gesetzt hatte, kam die Museumsarbeit in und nach den Kriegsjahren praktisch zum Erliegen. Es ist das Verdienst des Verstorbenen, das Museum neu aufgebaut zu haben. Von 1960 bis 1996 war er der impulsgebende ehrenamtliche Kurator. Vor 50 Jahren zog das Museum in den neuen Lembruckbau.  Seine umfassende Kompetenz, sein Wissen war auf der Höhe der Zeit. Vielleicht hat er zu wenig geschrieben, seine Stärke war eher die sprachliche Führung. Aber so hat er dem Museum die Geltung verschafft, auf die es heute noch aufbauen kann.

Neuer Vertrag hat sich bewährt.

Seit Sommer 2018 ist der neue Vertrag zwischen Stadt und unserem Altertumsverein in Kraft. Dass die Stadt in finanziellen Fragen letztlich die Entscheidungshoheit haben muß, war allen Beteiligten klar. Der „Maulkorbparagraph “ aus dem Vertragsentwurf -nur der Bürgermeister sollte bei Gebietskörperschaften Anträge auf Förderung stellen können- wurde gestrichen. So stand der Vereinbarung nichts mehr im Wege. Nachdem Bürgermeister Diesch eine Beteiligung des Landesdenk-malamtes an den Personalkosten des Federseemuseums  erreichen konnte, sind vorläufig finanzielle Schwierigkeiten nicht zu erwarten. Für 2018 erwarten wir ein positives Betriebsergebnis.